SCHOTTLAND-ATEMBERAUBENDE LANDSCHAFTEN

 

Schottland- das ist herbe Schönheit mit einem unverwechselbaren Charakter. Die hohen, teilweise bis in den Frühsommer hinein schneebedeckten Berge, die dunklen, saftig grünen und bewaldeten Täler(Glens), die wildromantische und sauberen wasserfallartigen Flüsse (Bens) und die vielen, noch unergründlichen tiefen langgestreckten Seen (Lochs) mit ihrem glasklaren Wasser, vereinen sich zu einem grandiosen und unvergesslichen Landschaftsbild.

An der Westküste findet man eine einmalige Landschaft mit zerklüfteten und fjord-ähnlichen Küsten, deren Buchten und kleinere Sandstrände einen magisch anziehen. Einige Regionen in den Northwestern Highlands zählen zu den am dünnsten besiedelten Regionen in Europa. In Schottland leben ca. 5,2 Mio. Menschen mit einer Bevölkerungsdichte von 64 Einwohnern / km².

Somit ist Schottland so abwechslungsreich wie sein Wetter: Wärmer als 18 Grad wird es eher selten und wenn, dann eher im äußersten Süden. Es vergeht im Prinzip kein Tag ohne Regen, der auch schon mal hartnäckig den ganzen Tag über anhalten kann. Meist reicht es jedoch aus, sich für eine kurze Zeit vor einem Schauer in Sicherheit zu bringen, danach scheint nicht selten schnell wieder die Sonne. Besonderes Pech hatten wir auf der Isle of Skye: Von der Landschaft der schönsten Hebrideninsel haben wir dank kräftigem Dauerregen, Sturm und in Nebelschwaden gehüllte Berge leider nicht viel sehen können.

Die jahrhundertalte, abwechslungsreiche, teilweise blutige und grausame Geschichte des Landes ist täglich in seinen märchenhaften Burgen und majestätischen Schlössern präsent. Man kann die Spuren von Maria Stuart und Macbeth verfolgen, findet Sehenswürdigkeiten aus den Romanen und Geschichten von Sir Walter Scott oder kann der Route nachfahren, die Theodor Fontane im 19.Jahrhundert durch die Highlands nahm

Man beginnt eine Rundreise meistens von Edinburgh aus, der Hauptstadt Schottland und eine der schönsten Städte Europas.

Linlinthgow Palace: Das kleine Städtchen am Ufer des gleichnamigen Sees ist ein Besuch wert. Hier wurde am 8.Dezemer 1542 Maria Stuart geboren. Der kleine Landsitz, erbaut im 12.Jahrhundert von König David 1, wurde im Laufe der Jahrhunderte ausgebaut und war bevorzugter Sitz der schottischen Könige. Sehenswert auch die Pfarrkirche St. Michael Linlithgow, direkt neben der eindrucksvollen Schlossruine, mit der historisch, königlichen Tür, durch die Maria Stuart wahrscheinlich zur Taufe getragen wurde

Die sympathische Studentenstadt Stirling am River Forth, auch das „Herz von Schottland“ genannt, empfängt einen, schon von weitem sichtbar, mit seinem überragenden Schloss. Das früher, wegen seiner guten strategischen Lage heiß umkämpfte Schloss, liegt auf einem über 80 m hohen steilen Felskegel. Von der sehenswerten inneren Schlossanlage hat man einen prächtigen Ausblick auf die Berge der Highlands. Rund um die Burg schmiegt sich die kopfstein-gepflasterte Altstadt mit der gotischen Pfarrkirche Church oft Holy Rude, in der 1543 die neun Monate alte Maria Stuart zur Königin von Schottland gekrönt wurde.

Kurz vor dem Castle liegt das Schlachtfeld Bannockburn, wo der sagenhafte Robert Bruce (1274-1329) als Braveheart bekannt geworden, gegen die Engländer gewann. Das nahegelegene 67 m hochgelegene National Wallace Monument wurde 1869 zu Ehren des siegreichen Lord Wallace errichtend erinnert an die Schlacht an der sehenswerten Stirling Bridge, die Wallace gegen die Engländer gewann.

Man fährt nun durch eine lieblich rauhe Landschaft mit bewaldeten Hügeln und verschwiegenen Tälern und erreicht den sagenumworbenen Trossachs National Park. Hier stößt man auf das wildromantische und viel besungenen Loch Katrine, den Sir Walter Scott in seinem Epos “The Lady oft he Lake“ bekannt machte. Vom Trossachs-Pier am südlichen Ende von Loch Katrine fährt in der Hauptsaison täglich mehrmals ein Dampfschiff zu einem Seeausflug durch diese unberührte Landschaft.

Richtung Südwesten, auf teilweise sogenannten Single Roads (Straßen mit Ausweichbuchten) entlang den zahlreichen, langen Seen beginnt nun eine Reise durch eine phantastische Landschaft, vorbei an Inverarayg und geschmückt mit allerlei Sehenswürdigkeiten. „Küste der Gälen“ (Argyll) nennt sich diese fruchtbare Region, die u.a. durch 3000 v.Chr. neolithischen Steinsetzungen und Hügelgräber mit geprägt ist. Sehenswert ist die prähistorische Region rund um Klimartin.

Der 15 km lange Crian-Kanal mit seinen zahlreichen kleinen Schleusen und reizvollen Aussichtspunkten war schon ein attraktiver Anziehungspunkt für Theodor von Fontaneauf seiner geschichtsträchtigen Schottlandreise, beschreiben in seinem Buch „Jenseits des Tweed“.

Der nette Ort Oban, mit seinem hoch über dem Hafen ragenden Mac Caig`s Tower, eine eigenwillige Interpretation des Kolosseums in Rom, lädt auch zu einem Bummel und Einkaufen ein. Von hier aus fahren Fähren auf die Insel Mull.

An Eilean Donan Castle, Schottlands meistfotografiertes Märchenschloss, direkt am Kyle of Lochalsh, kommt keiner dran vorbei. Das Castle, auf einer kleinen Insel (eilean=gäl. für Insel) am Zusammenfluss dreier Lochs gelegen und umgeben von einer grandiosen Bergkulisse, entstand 1230 und war lange Zeit im Besitz des Clan-Familie Mackenzie. Das Schloss nahmen die Engländer im 18.Jahrhundert unter Feuer und legten es in Schutt und Asche. Anfang des 20. Jahrhundert wurde das Castle restauriert. Im Burginneren lohnt sich der Besuch besonders im Bankett-Saal, der Küche und den Schlafgemächern.

Die Insel Skye. Ein absolutes Muss auf jeder Schottland-Tour. Am Kyle of Lochalsh fährt man auf der neuen Brücke auf die Insel. Die Insel ist mit 1380 qkm die größte Insel der Inneren Hebriden. Die Insel ist reich an landschaftlicher Schönheit, mit ihren herrlichen Berg-und Küstenkulissen ,ein Paradies für Wanderer und Ruhesuchende, dunkle Hochmoore, imposante Wasserfälle, kleine Weiler vermitteln einen fast melancholischen Inselzauber. Zu den historischen und kulturellen Attraktionen zählen Cuillin Hills, Kilt Rock, Old Man of Storr, Dunvegan Castle, Portree, Quiraing. Neist Point ist übrigens der westlichste Punkt der Insel.

Man verlässt die Isle auf Syke und fährt nach Norden weiter in Richtung Ullapool. Dabei sollte man nicht an Inverweve Garden vorbeifahren. Diese botanische Überraschung im hohen Norden Schottlands ist dank des warmen Golfstroms ein Paradies von subtropische Pflanzen und Blumen. Eukalyptusbäume, Rhododendren, Pflanzen aus Südamerika und der Pazifik-Region sind zu besichtigen

Ullapool wurde 1788 durch die Fisheries-Association angelegt, mit dem Ziel die Heringsfang-Quoten zu steigern. Hier legen auch die Fähren zu den Äußeren Hebriden ab. Einladend für einen Bummel und zum Einkaufen an der Seefront sind die dortigen weißen und bunten Häuserfassaden von Ullapool.

Man verlässt Ullapool und fährt über die Falls of Shin durch eine herrlich unberührte Landschaft, mit engen Schluchten, saftig grünen Tälern und karstigem Gebirge.

An der Ostküste trifft man auf das berühmte Dunrobin Castle, nördlich von Iverness. Hier ragt hoch über dem Meer und inmitten eines blühenden angelegten Gartens einer der Pracht-und prunkvollsten Herrensitze im nördlichen Schottland auf. Die Gärten sind absolut sehenswert. Das Schloss ist heute die Residenz der Familie Sutherland. Viele der inneren Räumlichkeiten sind heute zu besichtigen und zeigen u.a. stilvolle Möbeln, Gobelins Jagdtrophäen und Portraits und Gemälde aus viktorianischer Zeit.

In der Nähe von Iverness liegt Schlachtfeld von Culloden. In Culloden selber sieht man nur ein Stück Land, wo am 16. April 1746 der letzte Versuch der Schotten scheiterte, sich von England loszusagen. In 30 Minuten metzelten damals die Engländer die zahlenmäßig unterlegenen Schotten nieder. Tragischer Held hierbei war der Schottenführer Bonnie Prince Charlie, der heute noch immer als Volksheld gefeiert wird.

Man verlässt dieses schaurige Schlachtfeld und fährt ein paar Kilometer weiter zum Fort George. Mit einer Fläche von 7 ha ist es einer der imposantesten militärischen Festungsanlagen Europas. Entstanden ist dieses Fort 1748-69, um die Einfahrt in den Moray Firth zu überwachen.

Südwestlich von Nairn liegt das sehenswerte Tower House Cawdor Castle mit seiner noch immer funktionsfähigen Zugbrücke. Shakespeare machte dieses Castle bekannt, denn Macbeth war der Than of Cawdor.

Wer dann weiter nach Elgin fährt, sollte der um 1244 geweihten Kathedrale von Elgin unbedingt einen Besuch abstatten. Diese zweifellos höchst eindrucksvolle Ruine wurde 1380 von Alexander Stewart, dem vierten Sohn von König Robert II, als Vergeltung für seine Exkommunikation in Brand gesteckt. Weiter Schäden entstanden zur Zeit der Reformation durchgeführt. Dennoch wirken diese heutigen Überreste wie ein romantisches Trümmerfeld und Wahrzeichen aus alter Zeit.

Für Whisky-Fans lohnt sich ein Ausflug nach Dufftown. Gleich sieben Brennereien befinden sich im Ort, darunter auch die berühmte Glenfiddich Distillery

Bevor man Perth und Umgebung ansteuert, sollte man nicht versäumen, einen Abstecher zu dem berühmten Balmoral Castle zu machen. Diese schottische Residenz von der heutigen Königin Elisabeth wurde 1855 von Queen Victoria und ihrem Mann, Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg, bezogen. Heute ist das Schloss die Sommerresidenz für die königliche Familie.

Reich an Geschichte ist Scone Palace, 4 km nördlich von der alten ehemaligen Hauptstadt Perth gelegen. Scone Palace ist einer der bedeutendsten Orte der schottischen Historie. Mitte des 9 Jh. Von Kenneth Mac Alpin als Residenz seines vereinten schottischen-piktischen Reichs gegründet, erlangte Scone Palace Bedeutung dadurch, dass auf einen gefundenen Sandsteinblock (Stone of Scone) die schottischen Könige gekrönt wurden. Das geräumige Anwesen kann besucht werden und ist mit einer Vielzahl von historischen Möbeln, einer umfassenden Porzellan-Ausstellung sowie schwerem Tafelsilber ausgestattet.

Zu Schluss nun Edinburgh, eine Stadt die einen verzaubert und nicht mehr losläßt. Schottlands Kapitale aus dem 15. Jahrhundert ist das Kultur-historische und gleichzeitig administrative Zentrum des Landes.

Die Hauptsehenswürdigkeiten: das auf einem fast 120 Meter hohen Felsen überragende Edinburgh Castle, die Hauptkirche der Stadt St. Giles, die königliche Residenz Holyrood Palace, das beide beeindruckenden Museen Museum of Scotland und das Royal Museum, die Royal Scottish Academy und die National Gallery of Scotland, das 67m hohe Scott Monument, die schnurgerade Royal Mile, der Parliament Square und das fassadenträchtige Parliament House und die größte Einkaufstrasse der Stadt, die Princess Street

Schottland, das ist nicht nur Landschaft, Geschichte und Kultur das sind vor allen Dingen aber auch die Menschen: gastfreundlich, hilfsbereit und zuvorkommend, voller Stolz auf Ihr Land, ironisch und witzig zugleich. Schottland - ein Land, das man nicht so schnell vergessen wird und das zum Wiederkommen einlädt.

 

 

Axel Ehrhardt

Partner von Schmetterling